Wie kann ich lernen meine Grenzen zu spüren und zu kommunizieren?
Die Fähigkeit eigene Grenzen zu spüren und auszudrücken, wirkt sich auf den Selbstwert, das Selbstbewusstsein und einen gesunden Lebensstil aus und bildet eine Vorraussetzung für gesunde und stabile Beziehungen.
Eine Grenze definiert den persönlichen Raum und ist wie eine “Grundstücksmarkierung.” Eigene Grenzen zu achten und zu setzen ist sehr wichtig um für andere sichtbar zu werden, sich selbst gut zu schützen und Beziehungen auf Augenhöhe zu erfahren.
Für gesunde und stabile Beziehungen braucht es eine gute Verbindung zum Selbst und darausfolgend klare Grenzen. Martin Buber schreibt:” Ein klares ICH und ein klares DU, ergeben ein klares WIR.”
Eine gute Verbindung zum Selbst und zu meinen Grenzen kann ich über das Spüren im Körper aufbauen. Dafür gibt es diverese Körperübungen aus der Körperpsychotherapie, Somatic Experience und anderen körperorientierten Ansätzen.
Körperübungen zum Spüren und Ausdrücken von Grenzen
- Den Körper abtasten, die eigenen Körpergrenzen durch Kontakt spüren
Taste sanft deinen ganzen Körper ab und spüre dabei deine Körpergrenzen. Wie fühlt sich das für dich an?
- Körpergrenzen verankern
- Stelle dir einen eiförmigen Schutz vor (Aura), strecke die Hände aus und stelle dir dabei vor, dass du ihn von innen an verschiedenen Stellen berührst. Welche Farbe hat dieser Schutz?
- Fühle in den Körper in verschiedene Stellen hinein und fühle dabei, dass du einen Schutz hast.
- Stelle dir vor jemand (z.B. ein besonderer Mensch der Vergangenheit oder Gegenwart, bei dem du Schwierigkeiten hast mit dem Grenzenziehen), kommt zur Tür herein und du stellst dir dabei vor, dass du sagst: “dies sind meine Grenzen, dir ist nicht erlaubt diese zu überschreiten, bis ich dich ausdrücklich eingeladen habe.” Wie fühlt sich das für dich an?
- Gesunde Aggression spüren
Gesunde Aggression und der Kontakt mit unserer Wut kann uns helfen Grenzen zu spüren und sie auszudrücken.
- Komme in einen hüftbreiten Stand, beuge deine Knie. Balle deine Hände zu Fäusten, bringe sie ober den Kopf und nach hinten und schwinge sie kraftvoll nach unten, während du abwechselnd mit den Füßen auf den Boden stampfst. Was spürst du dabei?
- Boxe dann abwechselnd deine Arme nach vorne. Stelle dir dabei etwas vor, das dich wütend macht. Wie fühlst du dich danach?
- Du kannst bei diesen beiden Übungen laut “Nein”, “Stopp”, “Halt” rufen und dir eine Situation oder einen Menschen vorstellen wo du gerne Grenzen setzen möchtest.
Martina Hofer, Zentrum Mensch